Zum Hauptinhalt springen

„Reha der Rentenversicherung bietet Hilfe bei Post-COVID“

Interview mit Rüdiger Herrmann, alternierender Vorsitzender der Vertreterversammlung der DRV Bund

11.03.2022

Wie erleben die Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter die Pandemie? Wie erfüllen die Sozialparlamente der Rentenversicherung und der Krankenkassen unter Corona-Bedingungen ihre Aufgaben? Rüdiger Herrmann ist alternierender Vorsitzender der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund. Er erläutert, warum sich das ehrenamtliche Sozialparlament der Rentenversicherung sehr für eine gute Rehabilitation von Post-COVID-Erkrankten einsetzt.

Herr Herrmann, fast jeder weiß inzwischen, welche unmittelbaren Folgen eine Ansteckung mit dem Corona-Virus haben kann. Wie steht es aber um die mittel- und langfristigen Auswirkungen?

Post-COVID trifft auch Personen, bei denen die Erkrankung mild verlaufen war. Sogar Menschen, die zwar infiziert waren, aber an sich selbst gar keine Symptome festgestellt hatten, können betroffen sein. Sie klagen nun, Monate später, über Herzprobleme oder Luftnot, Angststörungen, Depression oder chronische Müdigkeit. Ihnen versuchen wir zu helfen mit unseren speziellen Rehabilitationsangeboten.

Ist es nicht Aufgabe der Krankenversicherung, sich um kranke Menschen zu kümmern? Warum ist Post-COVID-Reha eine Aufgabe der Rentenversicherung?

Es geht hier gar nicht um ein Entweder-Oder. Auch die Krankenversicherung leistet einen ganz entscheidenden Beitrag, um an COVID oder Post-COVID leidende Versicherte wieder gesund zu machen. Als Deutsche Rentenversicherung Bund fühlen wir uns aber ebenfalls in der Pflicht. Denn eine erfolgreiche Rehabilitation kann bewirken, dass Menschen nach einer Corona-Erkrankung schneller wieder in ihren gewohnten Alltag und in ihren Beruf zurückkehren können und Lebensqualität zurückgewinnen. Das zu fördern, ist durchaus unsere Aufgabe im Sozialparlament und in der Rentenversicherung insgesamt.

Was kann die ehrenamtliche Selbstverwaltung in der Deutschen Rentenversicherung Bund konkret tun?

Welche Angebote wir den Versicherten unterbreiten können, wo wir besondere Schwerpunkte setzen, welche Kliniken wir als Rentenversicherung selbst betreiben und mit welchen anderen Anbietern wir kooperieren, wie wir unsere Kliniken ausstatten  – alle diese Fragen werden in der Selbstverwaltung behandelt. So nutzen wir unseren Gestaltungsspielraum, um die bestmögliche Rehabilitation der Versicherten nach einer Corona-Erkrankung zu ermöglichen.