Zum Hauptinhalt springen

BARMER: Pflegende Angehörige an der Grenze der Belastbarkeit

Kasse bietet Unterstützung an

Dem Pflegenotstand in Deutschland droht nicht nur durch den Fachkräftemangel eine dramatische Verschärfung. 185.000 von rund 2,5 Millionen Personen, die heute Angehörige zu Hause pflegen, stehen kurz davor, diesen Dienst einzustellen, wie aus dem BARMER-Pflegereport 2018 hervorgeht. 6,6 Prozent, also 164.000 Personen, wollen nur mit mehr Hilfe weiter pflegen, knapp ein Prozent will dies auf keinen Fall länger tun.

„Ohne pflegende Angehörige geht es nicht. Deshalb ist es unsere Aufgabe, sie noch besser zu unterstützen, umfassend zu beraten und von überflüssiger Bürokratie zu entlasten“, sagt Achmed Date, Mitglied des Verwaltungsrates, des Sozialparlaments der Barmer. So räume die Kasse ihren Versicherten seit August 2019 die Möglichkeit ein, den Hauptantrag für Pflegeleistungen unkompliziert auf digitalem Wege zu stellen. Dafür brauche man daheim am Computer nur acht Minuten.

Wie eine repräsentative Befragung für den BARMER-Pflegereport ergab, sind zwei von drei pflegenden Angehörigen in Deutschland Frauen. Nur ein Drittel aller Betroffenen geht arbeiten, jeder Vierte aber hat seine Arbeit aufgrund der Pflege reduziert oder ganz aufgeben müssen.

„Viele pflegende Angehörige sind an der Grenze ihrer Belastbarkeit angekommen. Fast 40 Prozent von ihnen fehlt Schlaf, 30 Prozent fühlen sich in ihrer Rolle als Pflegende gefangen, und jedem Fünften ist die Pflege eigentlich zu anstrengend“, so Date. „60 Prozent der pflegenden Angehörigen wünschen sich Unterstützung. Mehr als die Hälfte der Hauptpflegepersonen findet jedoch niemanden, der sie für längere Zeit vertreten könnte.“

Selbstverwalter Date verweist auf die Angebote der BARMER, mit denen pflegende Angehörige unterstützt werden können, zum Beispiel durch Kurzzeitpflege. „Diese Hilfe sollte so früh wie möglich genutzt werden, dann wirkt sie am besten“, so Date. „Hauptpflegepersonen sollen nicht nur für ihren Angehörigen, sondern auch für sich die Hilfe bekommen, die ihnen den Alltag erleichtern kann. Deshalb bietet unsere Kasse für ihre Versicherten ein kostenloses Seminar an unter dem Titel: ,Ich pflege – auch mich.‘ In mehreren Modulen lernen die Teilnehmer unter anderem, wie sie sich trotz der anstrengenden Pflegesituation entlasten können.“