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Digitalisierung im Gesundheitswesen
Ihre Fragen an die Selbstverwaltung: Anamnese-Bögen

Bei jedem neuen Arzt muss ich zuerst einen langen Anamnese-Bogen ausfüllen. Das nervt, vor allem, wenn ich mich sowieso nicht wohl fühle. Kann ich mir diese Prozedur in Zukunft sparen?

Auf jeden Fall sollte es in Zukunft sehr viel einfacher werden. All die Angaben über frühere Erkrankungen, über Medikamente, die man regelmäßig einnimmt, über erhöhten Blutdruck oder Impfungen können schon bald in der elektronischen Patientenakte gespeichert werden. Sie können dann mit der elektronischen Gesundheitskarte, die heute schon jeder Versicherte hat, von der Arztpraxis direkt abgerufen werden. Sollten einzelne Fachärzte noch bestimmte Zusatzinformationen brauchen, wird es immerhin viel schneller gehen als bisher, die noch offenen Fragen zu beantworten.

Ein Punkt ist mir ganz wichtig in diesem Zusammenhang, und das ist das Recht der Versicherten auf informationelle Selbstbestimmung. Welche Daten zentral gespeichert werden, und welcher Arzt welche Informationen abrufen kann – das muss auch in Zukunft jeder Einzelne selbst entscheiden können. So verstehen wir als Selbstverwalter in den Krankenkassen den Auftrag der Versicherten, die uns bei der letzten Sozialwahl 2017
gewählt haben.

Ronald Krüger, Mitglied des BARMER-Verwaltungsrates und Vorsitzender des Ausschusses für Digitalisierung und Informationstechnologie