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Auf einem guten Weg

Halbzeit für die Sozialparlamente: Drei Jahre sind seit der Sozialwahl 2017 vergangen, in drei Jahren werden die Versicherten und Beitragszahler ihre Gremien wieder neu bestimmen. Als Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter in den Ersatzkassen ziehen wir Zwischenbilanz:

Wo stehen wir? Was haben wir erreicht?

28,1Millionen Menschensind in den Ersatzkassen krankenversichert.
500Frauen und Männerwirken in der Selbstverwaltung der Ersatzkassen mit.
114Milliarden Euroumfassen die jährlichen Haushalte der Ersatzkassen.

Die Arbeit in den Sozialparlamenten

Als Sozialparlamente kontrollieren die Verwaltungsräte die Arbeit der hauptamtlichen Verwaltung der Kassen. Sie entscheiden über den Haushalt der jeweiligen Krankenkasse, sie diskutieren in den Ausschüssen über neue Herausforderungen, und sie treffen wichtige Personalentscheidungen. Zugleich haben sie auch ein politisches Mandat: Als demokratisch legitimierte Selbstverwalter machen sie gegenüber Gesetzgeber und Regierung die Interessen der Versicherten und Beitragszahler geltend.

Fünf Arbeitsfelder standen in den vergangenen drei Jahren im Zentrum unserer Arbeit als Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter:

Streitschlichtung ohne Richter

Eine wichtige Aufgabe der Sozialen Selbstverwaltung in den Ersatzkassen ist die Arbeit in den Widerspruchsausschüssen. Sie treten in Aktion, wenn eine Kasse den Antrag eines Versicherten auf eine bestimmte Leistung ablehnt und der Versicherte dagegen Widerspruch einlegt. Bleibt die Verwaltung der Kasse bei ihrer Entscheidung, landet der Fall automatisch in den Widerspruchsausschüssen. Dort prüfen dann ehrenamtliche Vertreter der Versicherten und Beitragszahler die Einwände, ohne dass dem Versicherten daraus – wie etwa bei einem Gang vor Gericht – irgendwelche Kosten entstehen.

Bereit für die Zukunft

Beständige Erneuerung ist eine Voraussetzung dafür, dass eine demokratische Institution wie die Soziale Selbstverwaltung auch in Zukunft stets ihren Aufgaben gerecht werden kann. Deshalb intensivierten die Sozialparlamente in der ersten Hälfte der Wahlperiode ihre Anstrengungen, um rechtzeitig zur nächsten Sozialwahl 2023 strukturelle Veränderungen in der eigenen Arbeit umzusetzen und die Wahlen selbst zu modernisieren. Zwei Aspekte standen dabei im Vordergrund:

Die Soziale Selbstverwaltung – Ihre Stimme in der Krankenversicherung

Die Soziale Selbstverwaltung in den Ersatzkassen ist so vielfältig wie die Frauen und Männer, die an ihr mitwirken. Die gewählten Versicherten- und Arbeitgebervertreter repräsentieren die Solidargemeinschaft der Versicherten und Beitragszahler. Ein Blick auf die Menschen und ihr Engagement:

Die ehrenamtlichen Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter bringen wertvolle Lebenserfahrung in ihre Arbeit ein. Sie sind selbst Teil der Versichertengemeinschaft ihrer jeweiligen Ersatzkasse. Die Gruppe der 50- bis 60-Jährigen ist besonders stark vertreten. Bei der Sozialwahl 2017 zeigte sich aber auch ein beginnender Generationenwechsel: Jüngere Menschen interessieren sich wieder stärker für ein Engagement in der Sozialen Selbstverwaltung.

Bislang engagieren sich deutlich mehr Männer als Frauen in der Selbstverwaltung der Ersatzkassen. Aber es gibt Bewegung. Unter denen, die sich bei der Sozialwahl 2017 erstmalig um ein Mandat bewarben, waren mehr als 40 Prozent Frauen. Bei der nächsten Sozialwahl 2023 wird nun eine gesetzliche Quotenregelung greifen: Auf jeder Kandidatenlisten müssen mindestens 40 Prozent der Plätze für Frauen reserviert sein.

Mit ihrem beruflichen Hintergrund bilden die Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter den Querschnitt der Versichertengemeinschaft gut ab. Frauen und Männer, die mitten im Arbeitsleben stehen, engagieren sich ebenso wie Ruheständler. Viele Versichertenvertreter bleiben auch nach ihrem Eintritt ins Rentenalter noch für mehrere Wahlperioden in der Sozialen Selbstverwaltung aktiv.

Selbstverwaltungsarbeit erfordert einen erheblichen Zeiteinsatz. Mit einem durchschnittlichen Aufwand von 23 Stunden im Monat liegen die Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter in der Spitzengruppe all derer, die sich ehrenamtlich betätigen. Eine Studie aus dem Jahr 2018 zeigt, dass die Zufriedenheit der Engagierten trotz des hohen Einsatzes hoch ist.