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Mit mehr Optimismus durchs Leben gehen

10.10.2022

„Liebe Freunde! Es gab schönre Zeiten als die unsern – das ist nicht zu streiten!“ So beginnt Friedrich Schiller sein Gedicht „An die Freunde“. Die Zeilen klingen, als seien sie heute geschrieben worden: Eine noch nicht ausgestandene Pandemie, ein Krieg mitten in Europa, wirtschaftliche und soziale Krisensignale, nicht zu vergessen eine menschheitsbedrohende Klimakrise – es fehlt nicht an guten Gründen, sich Sorgen zu machen. „Doch gerade in diesen schwierigen Zeiten kommt es darauf an, auch die positiven Seiten des Lebens zu sehen“, erklärt Michael Witte, ehrenamtlicher Verwaltungsrat der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH). „Beständiger Pessimismus kann uns krank machen, geistig wie körperlich. Auch wenn es nicht immer leichtfällt: Wir brauchen Optimismus, um gesund zu bleiben.“

Anlässlich des Tages der seelischen Gesundheit erinnert der Selbstverwalter an eine Studie der Boston University School of Medicine, die aufzeigte, dass optimistische Menschen eine erheblich höhere Lebenserwartung haben. „Unser Denken beeinflusst unser Fühlen und unser Handeln. Durch Selbstmitleid schwächen wir uns selbst. Wenn wir aber aktiv werden, unser Leben in die eigene Hand nehmen, wachsen wir an den Hausforderungen“, so Witte. Positives Denken lasse sich nicht erzwingen, und Ängste seien oft durchaus begründet, weshalb Verdrängen keine Lösung sei. „Doch wer es schafft, mit einer positiven Grundstimmung durchs Leben zu gehen, stärkt damit den Körper, allen voran das Immun-, Herz-Kreislauf- und Hormonsystem. Deshalb ist es so immens wichtig, auf unser seelisches Gleichgewicht achtzugeben.“

Aus Datenerhebungen seiner Krankenkasse weiß Witte, dass die Anzahl der Versicherten, die wegen psychischer Probleme ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen, in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen ist. „Wir beobachten diese Entwicklung in besonderer Weise auch schon bei Kindern und Jugendlichen“, sagt er. „2020 gab es 87 Prozent mehr Sechs- bis 18-Jährige, denen depressive Episoden und wiederkehrenden Depressionen bescheinigt wurden, als noch zehn Jahre zuvor. Das ist besorgniserregend.“

Gerade in der Pubertät seien Traurigkeit und sogar Verzweiflung nicht selten ein Teil des normalen Entwicklungs- und Selbstfindungsprozesses. Dennoch müssten solche Phasen und Empfindungen ernst genommen werden. „Und wenn wir als Krankenkasse den Betroffenen helfen können, die Freude am Leben zurückzugewinnen, dann wollen wir das auch tun“, sagt Witte. Er verweist auf Projekte wie „DUDE – Du und deine Emotionen“,  „1000 Schätze“ oder „Lions-Quest“, die jeweils auf bestimmte Altersgruppen ausgerichtet sind. „Als KKH fördern und unterstützen wir diese Programme, die jungen Menschen Lebenskompetenzen vermitteln“, erklärt Michael Witte. „Die seelische Gesundheit der Menschen zu stärken: Auch das ist für mich Teil meines Auftrags als gewählter Versichertenvertreter.“