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Selbstverwaltung unterstützt ganzheitliche Behandlung und Therapie

12.09.2022

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Leiden überhaupt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung klagt über gelegentliche Kopfschmerzen, zwischen vier und fünf Prozent werden sogar täglich von ihnen heimgesucht. Frauen trifft es dreimal so häufig wie Männer, Großstädter sind stärker betroffen als Menschen auf dem Lande. Seit 2011 ist laut einer aktuellen Datenerhebung der KKH die Zahl der Versicherten mit Migräne bundesweit um rund 18 Prozent gestiegen. Allein von 2020 auf 2021 verzeichnet die Kasse ein Plus von insgesamt mehr als vier Prozent, bei den Männern um mehr als sieben, bei den 25- bis 29-jährigen Männern sogar um 13 Prozent.

Hämmernder oder pulsierender, stechender oder pochender Schmerz – die Beschwerden können sich ganz unterschiedlich äußern und sehr verschiedene Ursachen haben. „Oft lassen sie sich bestenfalls lindern, aber keineswegs mit einer kleinen Tablette einfach abschalten, wie es ein Werbeslogan bis heute verspricht“, sagt Andrea Büricke, ehrenamtliche Versichertenvertreterin im Verwaltungsrat der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH). „Umso wichtiger ist es, dass unsere Versicherten professionell behandelt werden. Dafür setzen wir uns im Sozialparlament unserer Kasse ein – und zwar kontinuierlich und nicht nur heute, am Europäischen Kopfschmerz- und Migränetag.“

Die Ersatzkassen unterbreiten ihren Versicherten eine Reihe von speziellen Angeboten, besser mit Kopfschmerzen umzugehen. Eine Empfehlung lautet, ein regelmäßiges Kopfschmerz-Tagebuch zu führen – ob nun auf Papier oder digital mit einer App. „Davon geht der Schmerz zwar nicht weg, aber ein Tagebuch ist ein wichtiger erster Schritt“, sagt Andrea Büricke. „Wer über einen längeren Zeitraum Art, Dauer, Häufigkeit und Umstände der Schmerzen notiert, hilft dem Arzt, eine individuelle Diagnose zu stellen und eine passende Therapie zu entwickeln.“

Zur Behandlung von Kopfschmerzen ist die KKH eine Kooperation mit dem Kopfschmerzzentrum München eingegangen. Die Betreuung der Versicherten liegt bei einem Team aus hochspezialisierten Neurologen, Psychologen und Physiotherapeuten. Zunächst stellen sich die Patientinnen und Patienten in München vor und werden dort einen Tag lang ambulant untersucht. Anschließend wird die weitere Behandlung und Therapie festgelegt, die vorwiegend in Wohnortnähe stattfindet. Dafür arbeitet das Kopfschmerzzentrum eng mit ausgewählten niedergelassenen Fachärzten zusammen.

„Dieses Angebot unserer Kasse richtet sich an alle Versicherten, die an mindestens fünf Tagen im Monat unter chronischen primären Kopfschmerzen oder an Migräne leiden, das heißt: bei denen der Kopfschmerz nicht nur Symptom einer anderen Erkrankung ist, sondern die Erkrankung selbst“, erläutert Andrea Büricke. „Für uns als ehrenamtliche Selbstverwaltung der KKH ist es wichtig, dass wir unseren Versicherten damit eine ganzheitliche Betreuung anbieten, die medikamentöse und nichtmedikamentöse Therapien miteinander verbindet. Wir ersparen den Betroffenen unnötige Doppeluntersuchungen und helfen ihnen zusätzlich dabei, schnell einen Termin zu erhalten.“

Die Kosten für die Behandlung übernehme die Krankenkasse, betont Andrea Büricke. „Für die Versicherten fallen nur die gesetzlichen Zuzahlungen sowie Fahr- und mögliche Übernachtungskosten an. Alles andere bezahlt die Kasse. Das haben wir im ehrenamtlichen Sozialparlament so beschlossen, und ich denke, das ist im besten Interesse der Solidargemeinschaft insgesamt.“