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Die Rentenversicherung in Zeiten von Corona – Interview mit Rüdiger Herrmann, alternierender Vorsitzender der Vertreterversammlung der DRV Bund

„Versichertenberaterinnen und -berater tun etwas für den Zusammenhalt – auch in Corona-Zeiten“

Wie können die Sozialparlamente der Rentenversicherung und der Krankenkassen unter Corona-Bedingungen ihre Aufgaben erfüllen? Rüdiger Herrmann leitet als alternierender Vorsitzender der Vertreterversammlung seit 2017 das Sozialparlament der Deutschen Rentenversicherung Bund. Er würdigt vor allem die Arbeit der ehrenamtlichen Versichertenberaterinnen und -berater in dieser komplizierten Zeit.

Herr Herrmann, eine Situation wie diese hat die Bundesrepublik noch nie erlebt. Die Verunsicherung ist groß, für viele steht die berufliche Existenz auf dem Spiel. Müssen sich auch die Rentner Sorgen um ihr Auskommen machen?

Nein, das müssen sie nicht. Die Rentenversicherung hat in den vergangenen Jahren eine hohe Rücklage von über 40 Milliarden EUR aufgebaut, um konjunkturelle Schwankungen abzufedern. In der Zeit seit dem Ausbruch der Pandemie sind die Renten genauso pünktlich zum Monatswechsel ausbezahlt worden wie vorher, und daran wird sich auch nichts ändern. So selbstverständlich, wie das jetzt vielleicht klingt, ist es allerdings nicht. Die Auszahlung so vieler Renten passiert ja nicht automatisch. Es braucht immer kompetente Menschen in der Verwaltung, die die einzelnen Vorgänge kontinuierlich bearbeiten. Außerdem kommen jeden Monat mehr als hunderttausend neue Rentenanträge hinzu, und auch die müssen zügig abgearbeitet werden. Dass uns das auch in Corona-Zeiten gelingt, ist ein Beweis für die engagierte und verantwortungsbewusste Arbeit der Kolleginnen und Kollegen in der Rentenversicherung.

Hat die Deutsche Rentenversicherung Bund wegen der Pandemie ihr Beratungsangebot umstellen müssen?

Rentenberatung gab es bei uns in den vergangenen Wochen per Telefon oder online. Das hat auch sehr gut funktioniert, die Nachfrage war und ist groß, und viele unserer Kundinnen und Kunden sind froh, dass sie nicht extra zu uns in die Beratungsstellen kommen müssen. In der jetzigen Phase, in der die geltenden Kontaktbeschränkungen nach und nach gelockert werden, öffnen auch wir wieder schrittweise unsere Auskunfts- und Beratungsstellen. Das geschieht natürlich unter Beachtung der aktuellen Hygienevorgaben und Termine müssen vorher vereinbart werden. Wenn möglich, empfehlen wir vorerst, die telefonische Beratung weiterhin zu nutzen.

Hilfe in allen Rentenfragen bieten aber nicht nur die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie unser Internet-Portal, sondern auch die Soziale Selbstverwaltung der Deutschen Rentenversicherung Bund. Es gibt über 2.600 gewählte Versichertenberaterinnen und -berater im ganzen Land, die ehrenamtlich arbeiten. Mit diesen Helferinnen und Helfern in der eigenen Nachbarschaft kann man ebenfalls jederzeit telefonisch einen Termin vereinbaren – auch jetzt, unter Corona-Bedingungen.

Um den direkten Kontakt mit den ehrenamtlichen Versichertenberaterinnen und  -beratern zu pflegen, sind Sie bis zum Ausbruch der Pandemie regelmäßig durchs Land gereist. Und jetzt?

Wie alle anderen auch bin auch ich momentan vor allem auf das Telefon und die digitalen Medien angewiesen. Das ist nicht ideal, aber ich will gerade jetzt den Kontakt nicht abreißen lassen. Als jemand, der selbst schon seit mehr als 20 Jahren ehrenamtlich in der Selbstverwaltung der Rentenversicherung tätig ist, will ich mich auch auf diesem Wege noch einmal bei allen bedanken, bei den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genauso wie bei unseren Versichertenberaterinnen und -beratern: Danke für all das, was Sie unter diesen schwierigen Bedingungen leisten! Sie übernehmen Verantwortung für unsere Gesellschaft, Sie stärken den Sozialstaat und tun etwas für den Zusammenhalt. Danke!