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Mein Alltag mit Corona: Dieter Schröder (DAK-Gesundheit)

„Kosten der Pandemie gerecht verteilen“

Wie erleben die Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter die Pandemie? Wie können die Sozialparlamente der Rentenversicherung und der Krankenkassen unter Corona-Bedingungen ihre Aufgaben erfüllen? Dieter Schröder ist ehrenamtlicher Vorsitzender des Verwaltungsrates der DAK-Gesundheit. Er berichtet, womit sich die Selbstverwaltung in diesen schwierigen Tagen vor allem beschäftigt.

Herr Schröder, was tut ein Verwaltungsrat, der sich nicht einmal zu einer Sitzung treffen kann?

Keine Sorge, er macht trotz Corona seine Arbeit. Als klar wurde, dass Präsenzsitzungen für längere Zeit nicht mehr möglich sein werden, haben wir eine Plattform geschaffen, auf der wir Videokonferenzen abhalten können. Im März haben wir die turnusmäßige Sitzung der Selbstverwaltung als Tele-Konferenz durchgeführt, und das war auch ganz wichtig, denn Corona ist ein Thema, das uns als Krankenkasse in ganz vielen Facetten betrifft. Es war eine glückliche Fügung, dass wir im vergangenen Jahr alle Verwaltungsratsmitglieder mit einheitlicher Technik und mit Laptops ausgestattet haben. So haben wir jetzt einen gemeinsamen Standard und können auch aus der Ferne gut miteinander kommunizieren.

Worüber haben Sie gesprochen bei der Verwaltungsratssitzung?

Vor allem über Corona natürlich. Priorität haben alle Maßnahmen, die verhindern können, dass unser Gesundheitssystem überfordert wird. Wir diskutieren die Maßnahmen der Regierung und ihre Auswirkung auf unsere Versicherung. Als Selbstverwalter müssen wir auch im Auge behalten, dass zusätzliche Kosten gerecht verteilt werden. Gehen die zusätzlichen Ausgaben, die zur Bekämpfung der Pandemie nötig sind, ausschließlich zu Lasten der Kassen, also zu Lasten der Beitragszahler? Oder wird das von der Allgemeinheit mitfinanziert, also aus Steuermitteln? Das ist die Frage, um die es jetzt geht.  

Wie hat Corona eigentlich in Ihr eigenes Leben eingegriffen?

Ach, ich komme recht gut zurecht. Ich war viele Jahre lang Geschäftsführer eines Wasserverbandes in Sachsen-Anhalt, bin aber seit Januar im Ruhestand, und vor zwei Monaten bin ich wieder zurück in meine ursprüngliche Heimat nach Nordrhein-Westfalen gezogen. Als Rentner habe ich jetzt genug Muße, mich auf die neuen Umstände einzustellen. Der direkte soziale Kontakt fehlt mir natürlich trotzdem. Ob als Privatmensch oder als ehrenamtlicher Selbstverwalter: Es ist immer besser, wenn man seinem Gesprächspartner face-to-face gegenübersitzen kann. Das ist durch nichts zu ersetzen.