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Bundeswahlbeauftragte Rita Pawelski zu der Einführung von GKV-Online-Sozialwahlen 2023

Der Bundestag hat am 7. Mai für die Durchführung von Online-Sozialwahlen 2023 bei den Krankenkassen grünes Licht gegeben. Ein guter Tag?

Ja! Auf jeden Fall! Ich freue mich sehr, dass meine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen für dieses Modellvorhaben gestimmt haben. Das ist ein Stück Zukunft. Die Corona-Krise hat uns deutlich gezeigt, dass wir im Digitalen noch kräftig aufholen müssen. Die Onlinewahlen sind also ein Stück dringend notwendiger Modernisierung.

Warum setzen Sie sich für die Einführung von Online-Sozialwahlen ein?

Als Sozialwahlbeauftragte habe ich zu oft erleben müssen, dass die wertvolle Arbeit der Selbstverwalter nicht angemessen gewertet wird. Um die Wahl der Gremien stärker in den Mittelpunkt zu stellen und somit die wichtige ehrenamtliche Arbeit der vielen Selbstverwalter aufzuwerten, haben mein Stellvertreter Klaus Wiesehügel und ich einen Zehn-Punkte-Plan entwickelt. An erster Stelle dieses Programms steht die Einführung von Onlinewahlen. Damit gelingt uns ein grundsätzlicher Schritt, Wahlen in Deutschland in die digitale Zukunft zu führen. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass sich online noch mehr junge Menschen an Sozialwahlen beteiligen werden. Die Wahl wird interessanter und die Beteiligung wird steigen, da bin ich mir sicher!

Wie wird sich Ihre Arbeit als Bundeswahlbeauftragte durch die Online-Sozialwahlen ändern?

Zunächst ist das auch für mich persönlich ein großer Erfolg! Ich habe mich sehr für das Zustandekommen dieses Modellprojektes eingesetzt. Darin bin ich von meinem Stellvertreter und einer großartigen Arbeitsgruppe der Krankenkassen unterstützt worden. Die Details des Ablaufs der Onlinewahlen und die künftige Rolle der Sozialwahlbeauftragten bei den Onlinewahlen werden noch festgelegt. Wenn allerdings 2023 die Wahl stattfindet, werde ich nicht mehr im Amt sein...... aber als „Randfigur“ alles gut beobachten.

Sollten nach 2023 auch andere Träger bei den Sozialwahlen online abstimmen können?

Wir werden als ersten Schritt das Modellprojekt bei den gesetzlichen Krankenkassen durchführen. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich hoffe, dass bei den Onlinewahlen 2023 nur positive Erfahrungen gemacht und die Ergebnisse sehr gut sein werden. Dann steht einer Übertragung der Onlinewahlen auf die übrigen Zweige der Sozialversicherungen nichts im Wege.