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Mein Alltag mit Corona: Roland Schultze (hkk)

„Die Widerspruchsausschüsse arbeiten weiter“

Wie erleben die Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter die Pandemie? Wie können die Sozialparlamente der Rentenversicherung und der Krankenkassen unter Corona-Bedingungen ihre Aufgaben erfüllen? Roland Schultze, pensionierter Sparkassenangestellter aus Bremen und Alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrates der Handelskrankenkasse (hkk), ist auch Vorsitzender eines Widerspruchsausschusses seiner Ersatzkasse. Dort geht die Arbeit weiter, berichtet er.

Herr Schultze, in Deutschland sind alle Menschen aufgefordert, Abstand zu halten und direkte Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. Arbeiten die Widerspruchsausschüsse der Krankenkassen trotzdem weiter?

Ja, und das ist auch unbedingt erforderlich. Auch in Corona-Zeiten kommt es vor, dass Versicherte mit einer Verwaltungsentscheidung ihrer Kasse nicht einverstanden sind und Widerspruch einreichen. Und diese Widersprüche müssen ohne unnötige Verzögerungen geprüft und bearbeitet werden, darauf haben die Versicherten einen Anspruch. Bei uns in der hkk ist das in der Praxis auch gar kein so großes Problem. Da wir die Unterlagen weiterhin per Post erhalten, läuft die Vorbereitung auf Sitzungen des Widerspruchsausschusses eigentlich fast wie immer. Wir haben lediglich beschlossen, dass wir unsere Sitzungen als Telefon- oder Videokonferenzen abhalten, solange die Kontaktbeschränkungen bestehen. Die Beschlüsse werden dann schriftlich gefasst.

Mit welcher Art von Widersprüchen haben Sie es im Moment zu tun?

Uns erreichen Widersprüche zu ganz unterschiedlichen Themen. Besonders häufig geht es um Leistungen wie zum Beispiel Krankengeld, um stationäre Kuren, Rehabilitation und Leistungen der Pflegeversicherung. Auch zur Beitragsberechnung aufgrund zusätzlicher Einnahmen gibt es immer wieder Widersprüche, und wenn wir feststellen, dass sie berechtigt sind, korrigieren wir diese Entscheidungen dann. Was die Stationären Kuren und die Rehabilitation betrifft, erwarten wir in den kommenden Wochen oder Monaten einen Rückgang der Zahl von Widersprüchen – einfach weil einige Kliniken wegen der Corona-Pandemie im Moment nicht geöffnet haben oder nur eingeschränkt arbeiten.

Wie kommen Sie eigentlich selbst zurecht mit den aktuellen Einschränkungen?

Es ist schon sehr schwierig, weil der Kontakt nicht mehr in der bisherigen Form möglich ist. Telefonate oder eine Videoschaltung sind sicher eine Hilfe, aber sie ersetzen bei weitem nicht die bisherigen direkten Gespräche. Wir hoffen alle, dass sich die Lage bald normalisiert. Doch der Schutz der Gesundheit geht nun einmal vor.