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Selbstverwalter im Portrait
Birgit Vater

Birgit Vater (Bild: privat)

  • Mitglied des BARMER-Verwaltungsrates

  • Mitglied des Haupt- und Grundsatzausschusses des BARMER-Verwaltungsrates

  • Fraktionssprecherin der BARMER Interessenvertretung

  • Stellvertretendes Mitglied in der Mitgliederversammlung des Verbandes der Ersatzkassen (vdek)

  • Stellvertretendes Mitglied im Verwaltungsrat des MDK Thüringen

„Das ganz Alltägliche ist oft entscheidend"

„Das ganz Alltägliche in seinen Details verstehen und es zu fassen kriegen – das ist für mich sehr wichtig. Erst wenn ich auch die alltäglichen Bedürfnisse, Fragen und Sorgen der Versicherten kenne, kann ich deren Interessen erfolgreich vertreten.“ Hier spricht eine Versicherungsfachfrau, die über lange Zeit Versicherte beraten hat und bis heute berät. Als Angestellte eines großen deutschen Versicherungsunternehmens hat Birgit Vater über zwei Jahrzehnte Versicherte in unterschiedlichsten Lebenslagen kennengelernt. Seit 2014 arbeitet sie nunmehr als selbstständige Baufinanzierungsfachfrau. Ihre Beratungstätigkeit hat Vater motiviert, „tiefer in die Materie einzusteigen“. Seit 2008 engagiert sie sich im Verwaltungsrat der BARMER. „Ich hatte bei meiner Arbeit die Probleme Versicherter sozusagen leibhaftig vor mir. Gerade bei Fragen des Krankenversicherungsschutzes habe ich gemerkt, dass vieles in unserem System aus privater und gesetzlicher Krankenversicherung nicht passt. Da habe ich den Entschluss gefasst, meinen Versicherungsverstand in die gesetzliche Krankenversicherung einzubringen. Ich will bei der BARMER mitgestalten und Versicherteninteressen aktiv vertreten“, so Vater.

Regelmäßig melden sich Versicherte der BARMER mit ihren Anliegen bei der Ehrenamtlichen – per Mail oder telefonisch. So hat sie zum Beispiel einen Versicherten aktiv bei der Suche nach einem Facharzttermin auf dem Lande unterstützt, bis er den gewünschten Termin hatte. Als weiteres Beispiel nennt sie den Anruf der Mutter eines Kleinkindes, dessen Bauchleiden trotz Beschwerden als austherapiert galt. Aus dem Gespräch ergab sich dann die Lösung einer Ernährungs- und Bewegungsberatung für Mutter und Kind. Manchmal sind es auch Wissenslücken Versicherter, wie zum Beispiel bei Auszubildenden, die zum ersten Mal Mitglied bei der BARMER werden. So wusste ein Lehrling nicht, wohin er die Krankmeldung seines Arztes schicken sollte. Das hat Birgit Vater zum Anlass genommen, eine Infoveranstaltung zu praktischen Fragen der gesetzlichen Krankenversicherung in einer Berufsschule auf den Weg zu bringen. Solche Erfahrungen „sammelt“ sie für ihre Verwaltungsratsarbeit. „Ich sehe die Aufgabe der Selbstverwaltung auch darin, die Erfahrungen aus der Praxis in die Gremien zu tragen“, so Vater. Gerade die Unterschiede zwischen Stadt und Land sowie zwischen den alten und neuen Bundesländern sind ihr wichtig. Dabei braucht es für sie auch den regelmäßigen Kontakt zu den Versichertenältesten.

Birgit Vater engagiert sich neben dem Verwaltungsrat auch im Haupt- und Grundsatzausschuss ihrer Kasse, der unter anderem die Verwaltungsratssitzungen inhaltlich vorbereitet. Beim Thema „Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes der elektronischen Gesundheitskarte“ war beispielsweise juristisches und praktisches Wissen gleichermaßen gefordert. Vater sieht in der elektronischen Gesundheitskarte viele Möglichkeiten, den Service und die medizinische Behandlungsqualität zu verbessern. Dabei müsse aber das Potential – zum Beispiel unnötige Mehrfachuntersuchungen und Medikamentenwechselwirkungen zu verhindern und den Austausch unter Ärzten zu erleichtern – mit den datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen in Einklang gebracht werden.

Prävention, Service, Information – das sind Stichworte, die immer wieder fallen. Vater ist es wichtig, dass Versicherte ihre Gesundheit selbst in die Hand nehmen können und die Angebote ihrer Krankenversicherung kennen und nutzen. So könnten Versicherte ganz praktisch erleben, welche Vorteile „das System der gesetzlichen Krankenversicherung mit ihrem Sachleistungsprinzip und ihrem Solidaritätsprinzip“ biete.

„Frauen bewegen in der Selbstverwaltung der BARMER einiges“ – auch diese Aussage gehört zum Engagement der erfahrenen Selbstverwalterin. Sie will damit auch ein Signal an andere Frauen senden, sich einzumischen und mitzugestalten. Redet man mit ihr über ihre Motivation, dann zitiert sie auch gern einmal Goethes „Faust“: „Ich fühle Mut, mich in die Welt zu wagen.“ Im thüringischen Magdala und Umgebung können BARMER-Versicherte das mitunter live erleben.