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TK: Pflege geht auf die Gesundheit der Pflegekräfte

Betriebliches Gesundheitsmanagement unterstützt gesunden Arbeitsalltag

Die Arbeit als Pflegerin oder Pfleger ist gesundheitlich belastend. Das zeigt der TK-Gesundheitsreport 2019 „Pflegefall Pflegebranche? So geht’s Deutschlands Pflegekräften". Nach den dort veröffentlichten Zahlen fallen Menschen in Pflegeberufen im Schnitt jährlich für 23 Tage krankheitsbedingt aus. Das sind acht Tage und damit 50 Prozent mehr als im bundesweiten Durchschnitt. Besonders häufig sind psychische Störungen und Krankheiten des Bewegungsapparats. Das deutet auf die besonders hohen körperlichen Anforderungen in der Pflege hin.

 „Pflegekräfte übernehmen eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Es ist wichtig, ihren Berufsalltag so zu gestalten, dass er nicht mehr krank macht", erklärt dazu Doris Unger, die im ehrenamtlichen Sozialparlament der TK die Arbeitgeberseite vertritt. „Deshalb setzen wir uns im Verwaltungsrat der TK sehr dafür ein, die Gesundheit der Menschen in Pflegeberufen zu unterstützen – und zwar nicht erst dann, wenn Therapien für den kranken Rücken oder die strapazierte Seele nötig geworden sind.“

Dabei können Präventionsmaßnahmen, die Arbeitgeber gemeinsam mit einer Krankenkasse initiieren, eine wichtige Rolle spielen. Diese können sich in stationären Pflegeeinrichtungen sowohl an die Beschäftigten als auch an die Bewohner richten.

Als Beispiel für erfolgreiche betriebliche Gesundheitsförderung in der stationären Pflege nennt sie das bundesweite Modell-Projekt PROCARE, das die TK seit 2017 unterstützt. Es umfasst Präventionsprogramme nicht nur für Heimbewohner, sondern auch für die Pflegekräfte. „Die Mitarbeiter bevorzugen vor allem Ergonomie-Schulungen, Rückenfitness sowie Maßnahmen zu Stressreduzierung und Entspannung“, berichtet die Selbstverwalterin.

Große Chancen, Pflegekräfte zu entlasten, biete auch die Digitalisierung. „Es gibt bereits erfolgreiche Initiativen und Modellprojekte, die aufzeigen, wie etwa eine elektronische Pflegeakte den Informationsaustausch verbessert und Pflegebedürftigen und Pflegekräften so den Alltag erleichtert“, so Unger. „Gerade im Bereich Pflege bietet die Digitalisierung noch viele Chancen. Wir können es uns nicht leisten, diese nicht zu nutzen.“