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KKH: Pflege von Angehörigen ist nicht selbstverständlich

Pflegecoach bietet Versicherten praktische Unterstützung im Alltag

Die Pflege von Familienmitgliedern, Freunden oder Bekannten bringt nicht selten physische und psychische Belastungen mit sich, die nicht unterschätzt werden sollten. „In früheren Generationen wurde die Pflege von Alten und Kranken in der Familie oft einfach vorausgesetzt, sie galt als selbstverständlich“, sagt Anke Fritz, Selbstverwalterin im Sozialparlament der KKH. „Es ist gut, dass sich das mittlerweile ändert. Die Gesellschaft schuldet all denen, die diese Arbeit tagtäglich auf sich nehmen, hohe Wertschätzung und Anerkennung.“

In diesem Sinne unterstützen die Pflegekassen pflegende Angehörige mit verschiedenen Angeboten, wie Fritz erläutert. Dabei gehe es zum einen um konkrete Tipps, wie sich häusliche Pflege am besten bewältigen lässt, zum anderen aber auch um Wissen zu Pflegekosten und Finanzierungsmöglichkeiten. Um den verschiedenen Bedürfnissen der Betroffenen gerecht zu werden, gebe es sowohl klassische Pflegekurse vor Ort als auch Seminare im Internet.

Als spezielles Angebot für die Versicherten bei der KKH hebt die Selbstverwalterin den Online-Pflege-Coach hervor. „Er vermittelt praktische Tipps zur Körper- und Mundpflege der Pflegebedürftigen, er berät die Pflegenden, wie sie im Alltagsstress auch etwas für sich selbst tun können, und er erläutert, wie man zum Beispiel einen Antrag auf Pflegeleistungen stellt. Man kann sich die einzelnen Kursmodule frei einteilen und sie dann abrufen, wenn man sie braucht. Diese Flexibilität ist gerade für pflegende Angehörige wertvoll, die es nicht immer leicht haben, sich ihre Zeit frei einzuteilen.“

Damit pflegende Angehörige von ihrer Tätigkeit für einen gewissen Zeitraum Abstand gewinnen und sich erholen können, bieten die Pflegekassen auch finanzielle Unterstützung an. Übernimmt eine andere Person – ein Nachbar, ein Freund oder der ambulante Pflegedienst – zeitweilig die Pflege, zahlt die Kasse für bis zu sechs Wochen pro Kalenderjahr die so genannte Verhinderungspflege. Das sind maximal 1.612 Euro, wenn der Pflegebedürftige mindestens Pflegegrad zwei erreicht hat. Zusätzlich übernimmt die Pflegekasse für bis zu acht Wochen die Kosten der sogenannten Kurzzeitpflege in einer stationären Pflegeeinrichtung – ebenfalls maximal 1.612 Euro pro Jahr.