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Sozialparlamente würdigen Pflegeleistung der Familien

Berlin, 18.09.2019

Die Familie ist der größte Pflegedienst Deutschlands. Darauf haben an diesem Mittwoch die ehrenamtlichen Selbstverwalter in den Sozialparlamenten von Kranken- und Pflegekassen hingewiesen. „Drei Viertel aller Pflegebedürftigen werden von Angehörigen zu Hause gepflegt. Damit leisten die Familien einen unschätzbaren Beitrag für die Gesellschaft. Unser Dank gilt ganz besonders den Frauen, die oft die Hauptlast in der Pflege tragen“, erklärte Bärbel Weisenstein, Verwaltungsrätin der DAK Gesundheit.

Vor allem die Langzeitpflege finde in Deutschland überwiegend in der Familie statt. Dafür verdienten die Angehörigen nicht nur Anerkennung, sondern auch Entlastung und Unterstützung, sagte die Versichertenvertreterin Weisenstein. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf das 2015 eingeführte Pflegeunterstützungsgeld. „Es hilft gerade Beschäftigten, die überraschend in die Situation geraten, dass ein Familienmitglied akut pflegebedürftig wird“, erklärte die Versichertenvertreterin. „Wenn sie Zeit brauchen, um eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren oder in einer Übergangszeit die Versorgung des Angehörigen sicherzustellen, können sie bis zu zehn Tage der Arbeit fernbleiben, ohne dadurch ihren eigenen Sozialversicherungsschutz zu verlieren.“

Für diese Zeit der Arbeitsverhinderung zahlt die Pflegekasse des Angehörigen einen Ausgleich für das entgangene Arbeitsentgelt. Bislang werde dieses Angebot viel zu selten genutzt, erklärte Weisenstein. „Bei uns in der DAK sind im vergangenen Jahr nur 839 Anträge auf Pflegeunterstützungsgeld eingegangen. In den anderen Pflegekassen ist die Situation ganz ähnlich“, sagte sie. „Dabei ist das Verfahren wirklich einfach. Der Beschäftigte muss bei der zuständigen Pflegekasse eine ärztliche Bescheinigung des voraussichtlich pflegebedürftigen Familienangehörigen vorlegen, einen Antrag stellen und seinen Arbeitgeber informieren.“

Alle Ersatzkassen in Deutschland (TK, Barmer, DAK Gesundheit, KKH, hkk und HEK) hielten weitere Informationsangebote im Internet bereit, sagte Weisenstein. „Zudem stehen in jeder örtlichen Geschäftsstelle Mitarbeiter zur Verfügung, um bei den Formalitäten zu helfen. Wer Unterstützung braucht, wird sie dort auch bekommen.“

 

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