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Leiden lindern, Lebensqualität bewahren

12.10.2022

Rheuma gehört in Deutschland zu den Volkskrankheiten. Rund 17 Millionen Menschen leiden laut Rheumaliga an Gelenkentzündungen (Arthritis) oder Gelenkabnutzung (Arthrose), an Sehnenscheidenentzündungen, Gicht oder einer anderer der vielen verschiedenen Erkrankungen des Bewegungsapparates, die unter dem gemeinsamen Oberbegriff Rheuma zusammengefasst werden. Rheuma trifft vor allem Ältere, kann aber auch schon in einem jüngeren Alter auftreten – allein an Gelenkentzündungen leiden bundesweit etwa 20.000 Kinder und Jugendliche. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Heilung ist bis zum heutigen Tage nicht möglich. Was können die Krankenkassen und die Deutsche Rentenversicherung tun, um die Betroffenen so gut wie möglich bei der Prävention und Behandlung von Rheuma zu unterstützen?

„Verschiedene Behandlungen können die Schmerzen zumindest eindämmen und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen oder aufhalten. Bevor eine Operation notwendig wird, können oft auch schon eine Physio- oder Ergotherapie, Sport oder auch eine Psychotherapie Leiden lindern“, erklärt anlässlich des jährlichen Welt-Rheuma-Tages am 12. Oktober Klaus Overdiek, alternierender Vorsitzender des Ausschusses für Rehabilitations-, Renten- und Versicherungsangelegenheiten der Vertreterversammlung (RRVVV). „Unsere hochspezialisierten Reha-Kliniken unterstützen die Rheuma-Kranken dabei, besser mit ihrer Krankheit zu leben. Als ehrenamtliche Versichertenvertreter in der Deutschen Rentenversicherung Bund tragen wir unseren Teil dazu bei, dass den Betroffenen so gut wie nur möglich geholfen wird.“

 

Beate Kautzmann, Mitglied im BARMER-Verwaltungsrat und stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses Verträge, Versorgung, Rehabilitation und Pflege, weist auf die Möglichkeiten hin, einer Rheuma-Erkrankung oder zumindest deren schwerem Verlauf vorzubeugen. „Wir wissen um bestimmte Risikofaktoren, die eine Erkrankung begünstigen können. Dazu gehören genetisch bedingte Vorbelastungen, aber auch beeinflussbare Faktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen. Viel Bewegung und eine gesunde Ernährung, verbunden mit einer Gewichtsabnahme, sowie Nicht-Rauchen senken demnach das Risiko, an Rheuma zu erkranken“, sagt Kautzmann, die die Erkrankung nicht zuletzt aufgrund von Erfahrungen im eigenen Familienkreis gut kennt. „Die gesetzlichen Krankenkassen unterbreiten eine breite Palette von Präventionsangeboten, die einen gesunden Lebensstil fördern. Ich appelliere deshalb an die Versicherten, diese zu nutzen, um Rheuma möglichst vorzubeugen, zumindest aber den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen.“

Neben der Deutschen Rentenversicherung Bund unterstützt auch der Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) als langjähriges Fördermitglied das Engagement der Deutschen Rheuma-Liga, die Betroffenen Hilfe zur Selbsthilfe anbietet. Darüber hinaus unterstützen die vdek-Mitgliedskassen Techniker Krankenkasse (TK), BARMER, DAK-Gesundheit, Kaufmännische Krankenkasse – KKH, Handelskasse (hkk) und HEK – Hanseatische Krankenkasse die Arbeit der Deutschen Rheuma-Liga, indem sie sowohl die Selbsthilfegruppen vor Ort als auch die Landesverbände und den Bundesverband institutionell fördern und innovative Projekte unterstützen. So werden unter anderem Angebote im Bereich des Selbstmanagements auf- und ausgebaut, um die Kompetenz der Betroffenen zu stärken, ihre Krankheit bestmöglich zu managen. Zudem werden mit Hilfe der finanziellen Zuschüsse die digitalen Angebote der Rheuma-Liga erweitert, so dass mit dem Ausbau von Aktivitäten in den sozialen Medien die Betroffenen besser erreicht werden können.

Es sei das gemeinsame Ziel der Förderer, dass Rheuma-Kranke wie auch alle anderen Menschen möglichst lange ein gutes, selbstbestimmtes und schmerzfreies Leben führen könnten, erklären Klaus Overdiek und Beate Kautzmann in ihrer gemeinsamen Stellungnahme zum Welt-Rheuma-Tag. Trotz ihrer Erkrankung sollten die Betroffenen die Chance haben, ihre Erwerbsfähigkeit zu erhalten und sich im Fall der Fälle auch neue berufliche Optionen zu eröffnen. Lebensqualität zurückgeben und bewahren: Das sei der Sinn der Präventions- und Rehabilitationsangebote der Rentenversicherung und der Krankenversicherungen.