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Schutz vor Mehrfachinfektionen vor allem für Risikogruppen

Berlin, 04.11.2020

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen kommt der diesjährigen Grippeimpfung eine besondere Bedeutung zu. Eindringlich appellieren die Sozialparlamente der Ersatzkassen (TK, BARMER, DAK-Gesundheit, KKH, hkk und HEK) deshalb vor allem an ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen, sich vor der saisonalen Grippe bestmöglich zu schützen. „Im Gegensatz zu Corona steht uns bei der Grippe eine Impfung zur Verfügung. Sie hilft dem Körper, sich schnell und effektiv gegen die Grippeviren zu wehren. Das Immunsystem kann seine Ressourcen dann viel besser gegen eine mögliche Corona-Infektion einsetzen“, sagt Achmed Date, Mitglied des BARMER-Verwaltungsrates und Vorsitzender des Fachausschusses für Betriebliches Gesundheitsmanagement sowie des Fachausschusses für Pflege.

Grippeimpfung kann Corona-Pandemie entschärfen 

Eine Grippeimpfung ist für Menschen, die zu einer Risikogruppe zählen, besonders wichtig. Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt die Impfung für Menschen ab einem Alter von 60 Jahren, für Personen mit chronischen Erkrankungen, für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sowie für Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal. „Wer geimpft ist, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch die Mitmenschen. Die Impfung kann dazu beitragen, dass die anstehende Grippesaison gemäßigt ausfällt und sich möglichst wenig mit dem Corona-Geschehen überlagert“, erklärt Date. 

Möglichst hohe Impfquote ist wichtig

Nur eine hohe Impfquote bietet auch einen größtmöglichen Schutz. In der vergangenen Grippesaison 2018/19 haben sich aber insgesamt nur etwa 35 Prozent der Über-60-Jährigen und zwischen 20 und 50 Prozent der chronisch Erkrankten in Deutschland gegen die Grippe impfen lassen. „Wir brauchen eine stärkere Impfbereitschaft in der Gruppe der besonders gefährdeten Menschen“, sagt Date. „Dabei können wir von unseren östlichen Bundesländern lernen. Hier ist die Impfbereitschaft deutlich stärker ausgeprägt ist als im Westen.“ (siehe Schaubild).      

Die Impfung schützt, die Corona-Maßnahmen nützen zusätzlich  

Maßnahmen, die eine Corona-Infektion vermeiden helfen, unterstützen auch bei der Grippe-Bekämpfung: Abstand halten, Hände waschen, Maske tragen, und Lüften. „Wir alle haben in den vergangenen Monaten viel gelernt. Wenn wir uns an einfache, aber wichtige Verhaltensregeln halten, können wir im Kampf gegen Corona und Grippe nur gewinnen“, sagt Date.      

Ersatzkassen tragen die Kosten

Die Grippeimpfung gefährdeter Personengruppen ist eine Leistung, die von allen gesetzlichen Krankenkassen getragen wird. Darüber hinaus übernehmen die Ersatzkassen auch die Kosten für alle anderen Versicherten, die eine Grippeimpfung in Anspruch nehmen. Diese freiwillige Satzungsleistung wurde von den Sozialparlamenten der Ersatzkassen beschlossen.