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Immer mehr Menschen über 45 Jahren haben Heuschnupfen – insbesondere Frauen sind betroffen

16.08.2022

Tränende Augen, eine laufende Nase, Niesattacken: Erwachsene ab dem mittleren Alter sind immer häufiger von allergischem Schnupfen betroffen. Das zeigen aktuelle Zahlen der KKH Kaufmännische Krankenkasse. Heuschnupfen wurde in der Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen im Jahr 2020 rund 26 Prozent häufiger ärztlich diagnostiziert als noch 2010. Noch stärker zeigt sich das Phänomen der späten Allergie bei den 65- bis 79-Jährigen mit einem Anstieg von rund 44 Prozent im gleichen Zeitraum. Bei den über 80-Jährigen hat sich die Anzahl der Betroffenen sogar fast verdoppelt.

Frauen sind von allergischem Schnupfen weitaus stärker betroffen als Männer, wie die Daten der KKH zeigen. So leiden in der Altersgruppe zwischen 40 und 75 Jahren 40 Prozent mehr Frauen als Männer an Heuschnupfen. Die Gründe für diesen Unterschied sind wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt, wahrscheinlich spielt aber das weibliche Hormon Östrogen eine Rolle. Es soll mitverantwortlich dafür sein, dass Frauen empfindlicher auf Allergene reagieren.

Die Gründe für die zunehmenden Heuschnupfen-Erkrankungen sind vielfältig, und auch der Klimawandel spielt dabei eine Rolle: Die Pollensaison beginnt immer früher, die Pollen sind zunehmend aggressiv. So lösen sie auch bei älteren Menschen, die zuvor noch nie betroffen waren, eine allergische Reaktion aus. „Wichtig ist, dass die betroffenen Frauen und Männer möglichst rasch eine Allergologin oder einen Allergologen aufsuchen, damit durch entsprechende ärztliche Behandlung ein allergisches Asthma verhindert werden kann“, erklärt Silke Reinhold, ehrenamtliche Versichertenvertreterin im Sozialparlament der KKH.

Die Selbstverwalterin verweist zugleich auf die Möglichkeiten, selbst etwas gegen die Allergie zu unternehmen, und auf die Angebote, mit denen die Krankenkassen dabei Hilfe gewähren. „Nicht nur der Klimawandel, auch die persönliche Kondition spielt eine Rolle“, führt sie aus. „Hier ist es wie bei so vielen Leiden, die sich mit zunehmendem Alter einstellen: Bewegungsmangel, Nikotinkonsum und Übergewicht erhöhen die Gefahr, an allergischem Schnupfen zu erkranken. Jede und jeder sollte versuchen, etwas für sich zu tun und eines der vielen Präventionsangebote der Krankenkassen nutzen, um fit zu bleiben! Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse nach Präventionskursen für mehr Bewegung, gesunden Schlaf, zur Gewichtsreduktion oder um sich das Rauchen abzugewöhnen.“

Heuschnupfen: Was kann ich tun?

  • Pollenflugvorhersage beachten und bei Aufenthalten im Freien entsprechend berücksichtigen
  • Pollenschutzgitter an den Fenstern anbringen
  • Pollenfilter im Auto installieren
  • Nase mit Hilfe einer Nasendusche spülen
  • Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen
  • Vor dem Zubettgehen Haare waschen
  • Fenster nachts schließen
  • Urlaub in pollenarmen Regionen wie im Hochgebirge oder am Meer verbringen
  • Bei starker Allergie: Sport-Trainingsplan mit einem Allergologen absprechen und nach Pollenbelastung in der Luft ausrichten
  • Wenn möglich, direkt während oder nach einem Regenschauer trainieren