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Eine langwierige Krankheit mit vielen Gesichtern

15.08.2022

Die Coronapandemie beschäftigt seit mehr als zwei Jahren mit all ihren Herausforderungen unsere Gesellschaft und unser Gesundheitssystem. Dabei rückt auch immer mehr ein medizinisches Phänomen in den Fokus: Long-COVID, also die längerfristigen Folgen einer Corona-Erkrankung.

Long-COVID ist eine Erkrankung mit vielen Gesichtern. Atemnot, Erschöpfung, Nerven-, Kopf- oder Gliederschmerzen – die Symptome können sehr verschieden sein und das Leben der Betroffenen stark einschränken.

In ihrem Gesundheitsreport 2022 hat die Techniker Krankenkasse (TK) Daten zu Long-COVID ausgewertet. Ein Ergebnis: Von den TK-versicherten Erwerbstätigen, die im Jahr 2020 eine COVID-19-Diagnose mit Virusnachweis (PCR-Test) erhalten haben, war im Jahr 2021 knapp ein Prozent mit der Diagnose Long-COVID krankgeschrieben. Damit sorgt Long-COVID insgesamt betrachtet bei den Erwerbstätigen bisher zwar nur für einen relativ geringen Anteil am Gesamtkrankenstand - die Betroffenen sind jedoch mit durchschnittlich 105 Tagen im Vergleich lange Zeit krankgeschrieben. Im Schnitt waren TK-versicherte Erwerbstätige im vergangenen Jahr 14,6 Tage arbeitsunfähig gemeldet. Beim Blick auf den Anteil der Long-COVID-Betroffenen kann zusätzlich von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden, da vor dem Hintergrund des vielfältigen Krankheitsbilds häufig nicht nur der erst seit November 2020 zur Verfügung stehende Diagnoseschlüssel genutzt wird.

Für Long-COVID-Erkrankte mit den Symptomen einer ausgeprägten Erschöpfung („Fatigue“) stellt die TK auch ein digitales Hilfsmittel zur Verfügung: die Fimo Health-App. „Sie hilft Betroffenen dabei, die Symptome besser zu verstehen und mit bestimmten Übungen einer möglichen Chronifizierung der Erkrankung entgegenzuwirken“, erklärt Heike Lange, ehrenamtliche Versichertenvertreterin im Verwaltungsrat der Techniker Krankenkasse (TK). „Zur Förderung der aktiven und informierten Mitwirkung am Behandlungsprozess ist die Fimo-App eine wichtige Ergänzung. Für unsere TK-Versicherten ist die App kostenlos.“

Hinweis zur Datenbasis des Gesundheitsreports:

Basis für die Sonderauswertung zu den längerfristigen Folgen einer Coronainfektion waren die Daten von 4.278.610 TK-versicherten Erwerbspersonen (Berufstätige und ALG 1-Empfängerinnen und Empfänger) im Alter von 15 bis 64 Jahren, die von 2019 bis 2021 durchgehend bei der TK versichert waren.