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Coachings per App und Online-Kurse helfen beim Aufhören

07.11.2022

18 Prozent der Menschen in Deutschland greifen regelmäßig zur Zigarette. Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse. Trotz der allgemein bekannten Gesundheitsrisiken des Tabakkonsums rauchen immer mehr Frauen und vor allem Männer sogar in exzessiver Weise: Wie Daten der Kasse zeigen, hat die Anzahl derer, die wegen Tabakabhängigkeit, Entzugserscheinungen, eines akuten Tabakrauschs oder auch wegen psychischer Probleme aufgrund von Tabak ärztlich behandelt wurden, in den vergangenen Jahren stark zugenommen. 2021 waren es laut einer Hochrechnung der KKH 5,6 Millionen Menschen und damit noch einmal 300.000 mehr als im Jahr zuvor. Im Zehn-Jahres-Vergleich seit 2011 beträgt das Plus rund 73 Prozent.

„Die Pandemie war für das Nichtrauchen keine gute Zeit“, sagt Michael Witte, ehrenamtlicher Versichertenvertreter im Verwaltungsrat der KKH. „Unsere Umfrage hat ergeben, dass unter den Raucherinnen und Rauchern in letzter Zeit jeder Vierte häufiger als zuvor zum Glimmstängel gegriffen hat. Nur jeder Zehnte hat in dieser Zeit weniger geraucht als zuvor. Dieser Trend macht uns Sorgen.“

Es sei zu vermuten, dass viele ehemalige Raucher und Raucherinnen in der Pandemie rückfällig geworden sind, um die Frustration im Lockdown zu bekämpfen. „Das Rauchen im Homeoffice ist außerdem oft mit weniger Hürden verbunden als das im Betrieb, weil man nicht extra vor die Tür gehen muss“, erklärt der Selbstverwalter. „In der Gemeinschaft, auch im Team auf der Arbeit, schaut man aufeinander und bremst sich vielleicht auch. Wer allein zu Hause sitzt, verliert schneller die Kontrolle darüber, wieviel er eigentlich raucht“ – mit den Folgen, die jetzt zu sehen seien.

„Für uns als Verwaltungsrat, als Sozialparlament unserer Kasse, ist es wichtig, unseren Versicherten ein Angebot zu machen, damit sie aus dieser Sucht wieder herauskommen“, sagt Witte. „Wir wissen: Jede Zigarette ist schädlich für das Herz, schädlich für die Atemwege – und natürlich steigert das Rauchen das Risiko, an Krebs zu erkranken. Mit dem Präventionskurs NichtraucherHelden.de können Raucherinnen und Raucher den Ausstieg schaffen“, erklärt der Versichertenvertreter. „Dabei handelt es sich um ein Coaching per Smartphone-App oder als Online-Kurs. Alle Ersatzkassen in Deutschland – also auch wir als KKH – bezuschussen diesen Entwöhnungskurs, der über den gesetzlichen Rahmen hinausgeht. Auf Beschluss des Verwaltungsrates finanzieren wir ihn als freiwillige Satzungsleistung. Ich kann allen Betroffenen nur raten: Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse! Lassen Sie sich von der Sucht nicht unterkriegen!“