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Gesundes Arbeiten – auch am Schreibtisch zu Hause

17.06.2022

Die Homeoffice-Pflicht ist vorbei, doch in vielen Unternehmen hat sich die Arbeit am heimischen Schreibtisch etabliert und ist zum Konzept für die Zukunft geworden. Damit verbinden sich Fragen zur Gesundheit am Arbeitsplatz. Viele, aber längst nicht alle Beschäftigte empfinden es als Erleichterung, dass sie ihren Job zu Hause statt im Büro erledigen können. Aktuelle Zahlen einer Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse zeigen zudem, dass sich das Homeoffice auf Frauen anders auswirkt als auf Männer– im Guten wie im Schlechten.

Jede vierte Frau gibt an, dass es ihr dank Homeoffice körperlich und geistig besser geht. Bei den Männern ist es nur jeder sechste. Besonders positiv sehen Frauen die Stressreduktion: 40 Prozent von ihnen fühlen sich im Homeoffice weniger erschöpft, gestresst und ausgebrannt. Unter den Männern konnten dies nur 28 Prozent für sich bestätigen. 35 Prozent der Frauen, aber nur 18 Prozent der Männer litten weniger unter Rückenbeschwerden. Von weniger Kopfschmerzen berichteten 17 Prozent der weiblichen Befragten, aber nur neun Prozent der männlichen.

„Insgesamt überwiegen bei Frauen die positiven Effekte des Homeoffice. Zwei Drittel haben gute, 26 Prozent sogar sehr gute Erfahrungen gemacht“, erklärt Silke Reinhold, ehrenamtliche Versichertenvertreterin im Verwaltungsrat der KKH. „Bei den Männern schnitt das Büro zu Hause weniger gut ab. Von ihnen wollten nur 17 Prozent von sehr guten Erfahrungen sprechen.“

Jede vierte Frau und jeder fünfte Mann gaben in der Umfrage an, dass ihr Gesundheitszustand sich im Homeoffice verschlechtert habe. Über mehr Rückenschmerzen und mehr Verspannungen klagten Frauen und Männer gleichermaßen. Mehr Frauen als Männer (24 zu 17 Prozent) gaben an, dass die Arbeit zu Hause auf die Seele schlägt. Niedergeschlagenheit oder sogar Depressionen waren die Folge der einsamen Arbeit ohne den Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen. Hinzu kam für jede dritte Befragte das Gefühl, zu Hause mehr leisten zu müssen als im Büro, um Anerkennung zu gewinnen. Von den Männern hatte diese Sorge nur jeder fünfte.

Was beide Geschlechter ganz ähnlich zu schätzen gelernt haben, ist die bessere Work-Life-Balance im Homeoffice. 70 Prozent sowohl der Frauen als auch der Männer urteilten, dass Privatleben, Familie und Beruf hier besser vereinbar seien. Ob sie Kinder versorgen mussten oder nicht, spielte bei der Beantwortung nur eine untergeordnete Rolle.

„Ob Kopf- oder Rückenschmerzen, innere Anspannung oder Schlaflosigkeit: Fast alle Krankenkassen haben für ihre Versicherten Zusatzangebote, die dabei helfen können, die Nachteile der Heimarbeit wieder auszugleichen. Wir als KKH bieten zum Beispiel unseren Stress- und Schlafcoach an, der ganz einfach online genutzt werden kann. Anderen helfen Yogakurse oder autogenes Training, für die die Kosten zumindest teilweise von der Kasse erstattet werden“, so Silke Reinhold. „Das Homeoffice wird uns so schnell nicht verlassen. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen unsere Angebote nutzen, um fit zu bleiben und von den vielen Vorteilen der Heimarbeit profitieren zu können.“

Fit im Büro und Homeoffice

Rund 20 Millionen Berufstätige verbringen in Deutschland täglich 80 Prozent ihrer Arbeitszeit im Sitzen. Für sie gilt ganz besonders:

  • Trinken Sie ausreichend – täglich mindestens 1,5 Liter Wasser oder Kräuter-/Früchtetee. Fruchtsaft, Eistee oder Limonaden sollten die Ausnahme sein!
  • Versuchen Sie – auch wenn Sie zu Hause arbeiten – täglich mindestens
    1.000 Meter zu laufen oder 5.000 Meter mit dem Fahrrad zu fahren.
  • Arbeiten Sie – falls möglich – mehrmals täglich 15 bis 30 Minuten im Stehen, zum Beispiel wenn Sie Ihre Post lesen.
  • Gönnen Sie sich mindestens 30 Minuten Mittagspause – der Arbeitsplatz ist tabu! Das Essen sollte ausgewogen und nicht zu schwer sein, Gemüse, Salat oder Suppe sind ideal. Drehen Sie anschließend eine Runde an der frischen Luft.
  • Legen Sie nach 90 Minuten Sitzen eine kurze Bewegungspause ein. Vielleicht können Sie sogar einige Minuten an die frische Luft gehen und dort mit Armen und Beinen kreisen?
  • Müde Augen? Lassen Sie zur Entlastung der Augen den Blick immer wieder in die Nähe und Ferne schweifen. Schließen Sie die Augen alle 30 Minuten für eine Minute, und gähnen und blinzeln Sie regelmäßig, um sie zu befeuchten.