Zum Hauptinhalt springen

Umfassenden Impfschutz nicht vergessen – auch jenseits von Corona!

24.04.2022

Impfen rettet Leben – diese Erkenntnis ist bei vielen Menschen angekommen. Selten wurde so viel über das Impfen gesprochen wie seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im Frühjahr 2019. Anlässlich der Europäischen Impfwoche vom 24. bis zum 28. April ruft nun die Soziale Selbstverwaltung in den Ersatzkassen dazu auf, neben der Corona-Schutzimpfung auch andere wichtige Impfungen nicht zu vernachlässigen.

„Als Versichertenvertreterin freue ich mich darüber, dass die Debatte über die Corona-Impfungen offenkundig dazu beigetragen hat, dass viele Menschen sich generell wieder mehr um ihren Impfschutz kümmern“, erklärt Marion von Wartenberg, Mitglied im Verwaltungsrat der DAK-Gesundheit und dort Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheits- und Sozialpolitik. Wie Daten des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) belegen, stieg etwa die Anzahl der Grippeimpfungen von 2019 auf 2020 um rund zwölf Prozent. Die Anzahl der Pneumokokken-Impfungen, mit der zum Beispiel einer bakteriellen Lungenentzündung vorgebeugt wird, versechsfachten sich im gleichen Zeitraum sogar. „Das ist richtig gut, und es wäre großartig, wenn wir diese Entwicklung verstetigen könnten“, sagt von Wartenberg.

Leider sei der Trend aber bei anderen Impfungen weniger positiv. Das gelte auch für die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV), die besonders für Kinder und Jugendliche so wichtig sei. „Hier haben wir einen deutlichen Rückgang zu verzeichnen, der wirklich besorgniserregend ist“, sagt die Selbstverwalterin. Aktuelle Zahlen aus dem Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit zeigen, dass dieErstimpfungsquote bei Mädchen 2020 im Vergleich zu 2019 um mehr als 14 Prozent und bei Jungen um rund neun Prozent sank.

Das Thema HPV-Impfungen ist eine Herzensangelegenheit für Marion von Wartenberg, die auch stellvertretende Vorsitzende des Krebsverbandes Baden-Württemberg ist. Erst kürzlich startete die DAK-Gesundheit gemeinsam mit dem Krebsverband Baden-Württemberg und dem Klinikum Stuttgart eine breit angelegte Aufklärungskampagne in den sozialen Medien, um Jugendliche über Risiken aufzuklären.

Humane Papillomviren werden sexuell übertragen und können Gebärmutterhalskrebs und Krebs im Mund-Rachen-Raum hervorrufen. Laut Deutscher Krebshilfe erkranken in Deutschland pro Jahr rund 7.700 Menschen an HPV-bedingtem Krebs. Seit 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine HPV-Impfung für Mädchen, seit 2018 auch für Jungen. Die Impfung, die wirksam vor den gefährlichsten HPV-Typen schützt und damit das Risiko für diese Krebserkrankungen senkt, sollte möglichst vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgen. Jungen und Mädchen sollten möglichst im Alter von neun bis 14 Jahren gegen HPV geimpft werden, so die STIKO-Empfehlung.

„Der Gesetzgeber sieht eine Kostenübernahme bis zum 18. Geburtstag vor. Darüber hinaus haben wir in der Selbstverwaltung der DAK-Gesundheit aber beschlossen, den Zeitraum zu vergrößern, in dem die jungen Menschen sich kostenlos impfen können“, sagt von Wartenberg. „Als besondere Satzungsleistung übernehmen wir die Kosten auch für junge Erwachsene zwischen 18 und 26 Jahren. Die Versicherten müssen in diesem Fall die Impfung zwar zunächst selbst bezahlen, wir erstatten ihnen jedoch im Nachgang die Kosten. Unsere dringende Bitte an alle noch nicht Geimpften ist: Nehmen Sie das Angebot wahr!“